Meine letzte Expedition – die Eiger-Nordwand

Wenn ich nicht im Himalaya unterwegs bin, ist seit vielen Jahren das Berner Oberland mit Eiger, Mönch und Jungfrau mein Lieblingsklettergebiet. Der Eiger ist ein schon fast furchteinflößender gigantischer Felsbrocken. Zwei Mal habe ich ihn bereits über den Mittellegigrat bestiegen und dabei schon sehnsüchtig auf die steile Nordwand herunter gesehen.

Nach meinem Aufstieg am Makalu 2014 war ich wieder im Berner Oberland. Ein gigantisches Lichtspiel zwischen Sonne, Wolken und einem Regenbogen direkt an der so geschichtsträchtigen Eiger-Nordwand haben mir den Wunsch, die Wand einmal zu besteigen, zum konkreten Ziel werden lassen. Im Oktober 2015 hat leider das Wetter nicht mitgespielt, so dass wir nicht wie geplant in die Wand starten konnten.

Am 21.12.2015 war es dann endlich soweit: mit einer Höhe von 3.970 Metern gehört der Eiger zu den Berner Alpen. Seine Nordwand alleine hat eine Höhe von über 1.800 Metern. Aufgestiegen sind wir über die Heckmair-Route, auf der die Seilschaft der Erstbesteiger um den Münchner Anderl Heckmair 1938 die gut vier Kilometer lange Tour gemeistert hatten. Mit einer Länge von vier Kilometern zählt diese Tour  durch die Wand zu den längsten und gefährlichsten der Alpen. Die objektiven Gefahren sind Steinschlag und Lawinen. Die Schlüsselstellen wie der Hinterstoißer-Quergang und der Wasserfallkamin sind tückisch und erfordern ein hohes Maß an Geduld und höchste Fokussierung während der Besteigung.